Dem Tod vom Stuhl gehüpft

Wir müssen alle sterben. Die Meisten nicht heute. Das Leben ist anstrengend. Fast jeden Tag. Über den Satz „Sitzen ist das neue Rauchen.“ macht sich die Titanic bereits seit Jahren lustig. Die Daten scheinen dem Satz jedoch Recht zu geben, zumindest teilweise. Rauchen ist sicher noch mit Abstand schädlicher für die Gesundheit als Sitzen. Aber Sitzen haut ganz schön rein. Es erhöht u. a. das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (das Herz ist ein relativ wichtiges Organ), Diabetes und Krebs. Und wir sitzen alle viel.

„Aber mein Opa hat sein Leben lang viel gesessen und ist 94 Jahre alt geworden“

Das Schöne ist, dass es „nur“ um statistische Risiken geht, das absolute Risiko für die meisten Erkrankungen ist immer noch relativ gering. Außer für Krebs, auf Krebs kann man sich schon mal einstellen. Frustrierend für mich persönlich war die Tatsache, dass es für die Schädlichkeit des Sitzens keinen Unterschied macht, ob man Sport macht oder nicht. Kann man sonst mit Sport fast alles ausgleichen, sitzt Sitzen den Sport aus. Da ich ebenfalls einen Job habe, in dem ich viel sitze, habe ich mich bereits mit einem früheren Ableben abgefunden. Ich habe auch schon überlegt, ob ich die Zeit, die ich mit Sport verbringe, sinnvoller nutze. Um zu Rauchen vielleicht. Leider macht mir Sport oft Spaß, so werde ich meine Zeit wohl weiter damit verschwenden.

Jetzt gibt mir die Wissenschaft mit dieser Einstellung Recht. Ist es nicht schön, wenn Ergebnisse differenziert werden und ich meine Meinung nicht ändern muss? Hoffnung glimmt auf. Es ist möglich, das Risiko, welches vom Sitzen ausgeht, auszugleichen. Wichtig ist „Bewegung im Alltag“. Dabei liegt die Betonung auf „Bewegung“ nicht auf „Sport“. Nach einer Stunde Sitzen sollte man aufstehen, damit senke man das Sterberisiko bereits deutlich. So 2-3 Minuten reichen bereits aus.

Ich bin dagegen, für alle Tätigkeiten im Leben die Gesundheit als alleinigen Maßstab zu wählen. Ich kann mir kein langweiligeres Leben vorstellen als eines, welches ausschließlich an der „Gesundheit“ ausgerichtet ist. Aber wenn Dinge einfach umzusetzen sind und mir keine Lebensqualität nehmen, setze (hihi) ich sie gerne um. Ich werde also jetzt jede Stunde für mindestens 2-3 Minuten aufstehen. Die Zeit könnte ich füllen, indem ich eine Rauche. Dabei bin ich Nichtraucher. Was tut man nicht alles für seine Gesundheit?

Ein Gedanke zu “Dem Tod vom Stuhl gehüpft

  1. Ich spiele seit Jahren mit dem Gedanken, meinen Sitz-Arbeitsplatz zum Steh-Arbeitsplatz umzubauen. Anstelle des Schreibtischs einfach eine Theke. Anstelle der Maus einfach ein Bier… Aber ich schweife ab.

    Nee: Stehen, wie der Linus Torvalds das macht. (Siehe auch hier: http://derstandard.at/2000003347031/Laufband-PC-Das-Home-Office-von-Linus-Torvalds)

    Als Coder sitze ich eh den ganzen Tag, da wäre so’n Laufband-Office vielleicht eine sehr gute Idee.

    Rauchen solltest du bleiben lassen. Bin seit 4 Jahren (und 20 kg plus) jetzt Nichtraucher. Es geht mir gut.

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